2025 erwirtschaftete Endress+Hauser zum ersten Mal über vier Milliarden Euro Umsatz. Die erfolgreiche Integration der Gasanalyse- und Gasmesstechnik des Sensorherstellers SICK ermöglichte ein solides Wachstum. Der Schweizer Spezialist für Mess- und Automatisierungstechnik schuf neue Arbeitsplätze und tätigte Investitionen in Rekordhöhe. Das Unternehmen konnte trotz starker negativer Währungseffekte auf Umsatz und Ergebnis eine solide Rentabilität aufrechterhalten.
Der Umsatz der Gruppe stieg um 7,2 Prozent auf 4,01 Milliarden Euro – ein Allzeithoch. Dies war vor allem auf die Erweiterung des Produktangebots von Endress+Hauser durch die Übernahme des Sortiments an Gasanalyse- und Gasmesstechnik von SICK zurückzuführen. Die strategische Partnerschaft mit dem deutschen Sensorhersteller trat Anfang 2025 in Kraft, seit Vertrieb und Kundendienst für diese Geräte in 46 Ländern auf Endress+Hauser übertragen und Entwicklung und Produktion durch ein Joint Venture übernommen wurden.
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Starker Einfluss der Wechselkurse
Das organische Wachstum der Gruppe – ohne Wechselkurseinflüsse und Akquisitionen – bezifferte CFO Dr. Luc Schultheiss mit 2,6 Prozent. Die negativen Einflüsse der Währungsumrechnung kosteten Endress+Hauser rund 3,3 Prozentpunkte Umsatzwachstum. Das Unternehmen spürte außerdem die Investitionszurückhaltung der chemischen Industrie. Für Impulse sorgte dagegen der Boom der Künstlichen Intelligenz: Kühlsysteme und Energieversorgung der neuen Rechenzentren benötigen viel Messtechnik.
Dynamisches US-Geschäft
Umsatzstärkster Markt sind weiterhin die USA. Trotz der US-Zölle entwickelte sich das Geschäft dort dynamisch. Insgesamt wuchs der Umsatz in Nord- und Südamerika um 10,1 Prozent. In Europa stiegen die Verkäufe um 11,6 Prozent. In Deutschland – dem drittgrößten Markt – gingen die Erlöse zurück, ebenso in der Schweiz. Afrika und der Nahe Osten wuchsen um 7,4 Prozent. In der Region Asien/Pazifik verzeichnete Endress+Hauser ein Minus von 1,4 Prozent, vor allem aufgrund der Schwäche Chinas, des zweitgrößten Markts.
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Neue Stellen, hohe Investitionen
Ende 2025 zählte die Firmengruppe 18.306 Mitarbeiter, was einem Plus von 7,4 Prozent entspricht. Diese Zunahme war ebenfalls getrieben von der strategischen Partnerschaft mit SICK, durch die mehr als 800 Vertriebs- und Servicekräfte zu Endress+Hauser wechselten. Das Unternehmen hielt den Gewinn auf gutem Niveau und erzielte ein Ergebnis nach Steuern von 321,3 Millionen Euro, was einer Umsatzrendite von 10,7 Prozent entspricht. Um zukunftsfähig zu bleiben, investierte Endress+Hauser rekordhohe 370,8 Millionen Euro in neue Gebäude, Anlagen, IT und Software.
Fokus auf die Stärken
Endress+Hauser will 2026 im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen und 250 neue Stellen schaffen. Der Krieg in Nahost erhöhe jedoch die wirtschaftliche Unsicherheit, sagte CEO Peter Selders: "In dieser Situation werden wir uns auf das fokussieren, was uns auch in der Vergangenheit stark gemacht hat: nahe am Markt und Kunden bleiben, zuverlässig und in hoher Qualität liefern, unser Netzwerk und Portfolio ausbauen, neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Unser Ziel bleibt Wachstum."
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