Der Feldkommunikator und seine Verwendung mit dem IIoT
Vom Multimeter zum Industrie-Tablet: die Evolution der Werkzeuge im Feld
Article05.01.2026
In Kürze
Damals, als Geräte ausschließlich mit 4...20-mA-Signalen arbeiteten, war das Multimeter ein unverzichtbares Werkzeug für die täglichen Aufgaben.
Heute ist der Feldkommunikator das wichtigste Instrument für die Arbeit im Feld. Er ist nicht mehr nur ein einfaches Handbediengerät, sondern ein mit einer Vielzahl an Funktionen ausgestattetes Tablet, das viele verschiedene Tätigkeiten unterstützt.
Im Lauf der Zeit hat sich der Feldkommunikator erheblich weiterentwickelt und bietet fortschrittliche Fähigkeiten, die viele Benutzer noch gar nicht vollständig entdeckt haben, weil die Arbeitsroutine ihnen dazu keine Zeit lässt.
Durch die Erschließung seines vollen Potenzials können Arbeitsabläufe optimiert und die Effizienz gesteigert werden, insbesondere in Kombination mit IIoT-Services (Industrial Internet of Things).
Dieser Artikel untersucht die Ursprünge und die Evolution von Handheld-Kommunikatoren. Er zeigt, wie moderne Tools durch die Integration mit IIoT-Lösungen den Anlagenbetrieb transformieren können.
InhaltInhalt
Die Evolution von Feldkommunikatoren
In der Anfangszeit der Prozessautomatisierung waren Multimeter das wichtigste Werkzeug, um 4...20-mA-Signale zu überprüfen und die Integrität des Stromkreises sicherzustellen. Diese Instrumente waren unverzichtbar für einfache Fehlerbehebungs- und Wartungsaufgaben.
Die Einführung von Feldkommunikatoren in Form von Handbediengeräten brachte einen bedeutenden Fortschritt. Im Gegensatz zu Multimetern ermöglichten diese Geräte eine direkte Interaktion mit intelligenten Transmittern, sodass Konfiguration, Parametereinstellungen und Diagnosen über Protokolle wie z. B. HART durchgeführt werden konnten. Anfangs waren diese Kommunikatoren einfache Geräte mit Menüsteuerung, im Vergleich zu manuellen Konfigurationsmethoden boten sie jedoch eine wesentlich verbesserte Benutzererfahrung.
Im Lauf der Zeit hatten sich Feldkommunikatoren weiterentwickelt und unterstützten mehrere Protokolle, darunter HART und Foundation Fieldbus. Voraussetzung für den Zugriff auf die Gerätefunktionalität waren DD/EDD-Dateien (Electronic Device Description) oder DTM-Dateien (Device Type Manager). Sie gestatteten die vollständige Navigation im Menübaum des Geräts. Ohne diese Dateien war nur ein generischer Zugriff mit begrenzten Konfigurationsoptionen möglich. Dieses Problem tritt gelegentlich immer noch auf, wenn Bibliotheken veraltet oder unvollständig sind.
Heute bieten moderne Feldkommunikatoren umfassende Konnektivität, unterstützen mehrere Protokolle und integrieren fortschrittliche Werkzeuge in einem einzigen Gerät. In Kombination mit IIoT-Services stellen sie eine sicheren Zugriff auf Daten, Fernüberwachung und optimierte Arbeitsabläufe bereit – das lästige Herumtragen vieler verschiedener Werkzeuge in der Anlage erübrigt sich.
Anleitung: Wie wird der Feldkommunikator eingesetzt?
Feldkommunikatoren sind als vielseitige Werkzeuge konzipiert, die dazu dienen, die Interaktion mit intelligenten Feldgeräten zu vereinfachen. Zu ihren wichtigsten Funktionen gehören:
Konfiguration: Der Hauptzweck eines Feldkommunikators besteht darin, den Zugriff auf die Menüstruktur für die Konfiguration eines Geräts zu ermöglichen. Dies wird durch gerätespezifische Dateien wie DD/EDD oder DTM erreicht, über die die volle Funktionalität zur Verfügung steht. Neue Standards wie FDI gewinnen an Bedeutung.
Diagnose: Mit Feldkommunikatoren können Benutzer Diagnoseinformationen abrufen und so Einblicke in Zustand und Leistung der Geräte gewinnen. Erweiterte Dateistrukturen stellen detaillierte Daten bereit, wobei sich klassische Kommunikatoren allerdings meistens in der Nähe des Geräts befinden oder mit der Stromschleife verbunden sein müssen. Moderne IIoT-Services wie Netilion Health ermöglichen jetzt einen Fernzugriff auf diese Informationen.
Erweiterte Funktionen: Für Radar-Füllstandsmessgeräte können Kommunikatoren Hüllkurven anzeigen, die bei Fehlerbehebung und Optimierung hilfreich sind. Industrie-Tablets wie der Field Xpert verbessern den Benutzerkomfort mit ihren hochauflösenden Displays, sodass keine Laptops mehr benötigt werden. Darüber hinaus erfassen Services wie Heartbeat Technology, die in vielen Geräten von Endress+Hauser zur Verfügung stehen, umfassende Informationen über den Zustand der Betriebsmittel und erweitern entsprechend die Fähigkeiten des Kommunikators.
So bleibt der Feldkommunikator auf dem aktuellen Stand
Für die zuverlässige Konfiguration und Diagnose der Geräte ist es unerlässlich, den Feldkommunikator immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Dabei sind zwei Aspekte zu beachten: Zum einen muss sichergestellt sein, dass die neueste Softwareversion installiert ist, und zum anderen muss die Gerätebibliothek mit aktualisierten DD/EDD-, DTM- oder FDI-Dateien für eine breite Palette an Feldgeräten auf dem aktuellen Stand gehalten werden.
Früher war die Aktualisierung dieser Tools ein komplexer Vorgang. Oft wurde dafür eine physische Verbindung zu einem Computer und in manchen Fällen sogar eine Datenübertragung über eine Infrarot-Verbindung benötigt – eine fehleranfällige Methode, bei der Dateien leicht beschädigt werden konnten. Heute geht das alles wesentlich einfacher. Moderne Kommunikatoren können sich zum Herunterladen von Updates direkt mit Servern verbinden. Dadurch ist sichergestellt, dass sowohl die Software als auch die Gerätebibliotheken auf dem aktuellen Stand bleiben. Tablet-PCs wie der Field Xpert bieten ein intuitives Aktualisierungsverfahren und verringern so das Risiko einer generischen Kommunikation infolge fehlender Gerätedateien.
Effizientes Arbeiten mit IIoT-Services
Moderne Feldkommunikatoren haben sich zu Industrie-Tablets weiterentwickelt, die eine mit Laptops vergleichbare Flexibilität und Funktionalität bieten. Dies ermöglicht die Integration mit IIoT-Services, sodass eine leistungsfähige Plattform für das Management von Feldgeräten und der zugehörigen Dokumentation aufgebaut werden kann.
Wenn Tablet-PCs wie der Field Xpert mit cloudbasierten Services wie Netilion Library kombiniert werden, haben Benutzer direkt aus der Cloud Zugriff auf alle relevanten Dateien und Dokumente. Dadurch erübrigt sich die Suche nach Handbüchern oder Kalibrierprotokollen während der Fehlerbehebung, und die nahtlose gemeinsame Nutzung der Dokumentation erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Teams. Das Ergebnis: höhere Effizienz und ein intelligenteres Management der gerätebezogenen Informationen.
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